Lesenswertes von Schlipf.

Firmeninhaber Andreas Schlipf und Marketingleiterin Carolin Zeidler veröffentlichen als Fachautoren wissenswerte Artikel in diversen Fachmagazinen.

ASCOVision – Plattenzählen leicht gemacht.

Das Ingenieurbüro Andreas Schlipf hat eine neue Methode entwickelt, die Anzahl an Platten auf einem Stapel mit der Bilderkennungsanwendung ASCOVision vollautomatisch zu ermitteln. Foto: Schlipf
 

In automatisierten Produktionsprozessen werden sämtliche Materialien sowie Zwischen- und Endprodukte meist von einem Materialflussrechner datentechnisch überwacht. Dieser versorgt die Aggregate mit Sollwerten für Maschineneinstellungen und mit vorgegebenen Stückzahlen. In den Produktionsanlagen der Holzwerkstoffindustrie werden Holzwerkstoffplatten datentechnisch durch die Anlage verfolgt und sämtliche Bewegungen aufgezeichnet. Dabei ist es notwendig, immer die exakte Anzahl an zu produzierenden oder fertiggestellten Platten zu kennen, auch wenn sich diese auf einem Stapel befinden. Keine Platte sollte – weder physikalisch noch datentechnisch – verloren gehen, denn dies führt zu Fehlermeldungen und damit zu Unterbrechungen im Produktionsprozess. Außerdem macht es verständlicherweise einen Unterschied, ob 20 oder 21 Platten an den Kunden geliefert werden. Doch wie kann man am besten Platten auf Stapeln vollautomatisch zählen?

Bislang sind verschiedene Maßnahmen im Einsatz wie z.B. Lichtschranken, Höhenmessungen, Seilzugmesseinheiten und manuelles Zählen. Leider bietet keine der Lösungen ein 100% verlässliches Ergebnis. Die Methode, die Höhe eines Stapels zu messen und Rückschlüsse auf die Anzahl der Platten zu ziehen, funktioniert oft schon deshalb nicht, weil Spanplatten unterschiedliche Dicke-Toleranzen aufweisen, wodurch sich verschiedene Stapelhöhen ergeben können. Platten per Hand zu zählen ist zeitaufwändig, und auch hier können leicht Fehler beim Zählen oder Werte Eintragen passieren. Gut wäre es, wenn eine Ab- oder Entstapelungsanlage die Möglichkeit bieten würde, die Platten zu zählen. Doch was macht man, wenn es diese Einrichtung nicht gibt oder der Datenfluss von einem zum anderen Fertigungsschritt lückenhaft ist und eine Endkontrolle der Anzahl trotzdem notwendig ist? Folglich besteht weiterhin der Bedarf an einem Produkt, das die exakte Plattenanzahl zügig ermittelt, ohne dass eine Endkontrolle erforderlich ist, und der Produktionsprozess unnötig aufgehalten wird.

Die ASCOVision ist eine neue Entwicklung des Ingenieurbüros Andreas Schlipf, die diese Problematik lösen will. Bei diesem Ansatz werden Stapel abfotografiert und mit einer Bildbearbeitungssoftware entsprechend so bearbeitet, dass die einzelnen Platten eindeutig voneinander abgrenzbar sind. Die Software erkennt dann, wie oft helle Kanten im Bild zu sehen sind, und ermittelt so die eindeutige Plattenanzahl. Die ASCOVision gehört zum Prozessleitsystem „ASC Software Suite“ des Ingenieurbüros Andreas Schlipf, über das Prozessdaten abgerufen und auch wieder in die ASC Datenbank gespeichert werden können. Dies bringt den großen Vorteil, dass der Bildbearbeitungssoftware rechtzeitig die richtigen Parameter übermittelt werden können, um Stapelfotos auswertbar zu machen, die aus dunklen Platten, MDF- oder HPL-Trägern bestehen oder zusätzliche Schon- und Deckplatten aufweisen. Die so ermittelte Plattenanzahl wird wieder auf die ASC Datenbank gespeichert und dem Materialflussrechner übermittelt, der es an nachfolgende Maschinen in deren Steuerungssystem (SPS, PLC) sendet oder in Meldungen für das ERP-System verarbeitet. Die Online-Komponente der Software bietet die Möglichkeit, die Kamera optimal in den Prozessablauf zu integrieren, sodass das Bild vom Stapel immer an einer definierten Stelle und zu einem definierten Zeitpunkt, nämlich erst wenn der Stapel fertig ist, gemacht werden kann.

Für die Anwendung wurden mit einfachen Kameras bei guter, gleichbleibender Beleuchtung sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Anwendung kann sowohl am Anfang des Bearbeitungsprozesses verwendet werden, um den Maschinen die genaue Plattenanzahl zu liefern, als auch am Ende des Bearbeitungsprozesses als Auslieferkontrolle. ASCOVision lässt sich selbstverständlich in vielen verschiedenen Bereichen der Holzwerkstoff- und Möbelindustrie einsetzen.

Das Ingenieurbüro Andreas Schlipf hat sich seit fast 25 Jahren auf Prozessleit- und Automatisierungstechnik spezialisiert. Die ASC Software Suite als umfassendes Prozessleitsystem unterstützt Produktionsfirmen der Holzwerkstoffindustrie in den Bereich Prozesssteuerung, Datenauswertung, Materialflussmanagement, Ereigniserfassung und Prozessvisualisierungen.

 

Artikel erschienen im Fachmagazin „Holz- und Kunststoffverarbeitung HK 6/21“

Autoren: Dipl.-Ing. (BA) Andreas Schlipf und Carolin Zeidler (M.Sc.)

 

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