Lesenswertes von Schlipf.

Unser Firmeninhaber Andreas Schlipf veröffentlicht als Fachautor wissenswerte Artikel in diversen Fachmagazinen.

Mit dem ASC-Rechner den Materialfluss exakt kalkulieren.


Seit vielen Jahren unterstützt das Ingenieurbüro Andreas Schlipf Firmen der Holzwerkstoffindustrie dabei, den Material- und Datenfluss zu automatisieren, so auch aktuell die Lackanlage der Pfleiderer Leutkirch GmbH (Foto: Pfleiderer Deutschland GmbH)

 

Kennen Sie das? In Ihrem Lager wird täglich Material von A nach B transportiert, zahlreiche Produkte verlassen die Fertigungskette, werden wieder eingelagert oder an Endkunden verschickt. Höchste Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit Ihrer Lager- und Produktionsmitarbeiter sind für diese vielschichtigen Prozesse erforderlich. Doch was passiert, wenn ein Zahnrädchen im Prozess hakt? Was passiert, wenn Einheiten mit wichtigen Komponenten datentechnisch aus Ihrem Lager verschwinden? Was passiert, wenn nicht einmal mehr nachvollzogen werden kann, welche Einheit zu welchem Auftrag gehört und wieviel der Endkunde letztendlich erhalten sollte?

In Zeiten zunehmender Digitalisierung sind Material- und Datenflussmanagement aus einem Produktionsprozess nicht mehr wegzudenken. Fragen wie z.B. welches Material zu welchem Produkt gehört, in welchem Produktionsabschnitt welcher Auftrag gerade steckt und wo sich das Produkt für Kunde X in diesem Moment befindet, kann ein Materialflussrechner mit einem Klick beantworten.

Mit seiner Hilfe ist die Ware innerhalb der Intralogistik zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Die interne Lieferung über Förder- und Lagertechnik lässt sich exakt kalkulieren, wodurch der Produktionsprozess (vom Rohmaterial bis hin zum fertigen Produkt) transparent und planbar wird. Zudem sorgt der Materialflussrechner für eine intermaschinelle Kommunikation, die in den meisten Fällen von den Maschinenherstellern nicht ermöglicht wird. Dank der softwarebasierten Automatisierung ergeben sich klare, übersichtliche Strukturen innerhalb der Produktionsprozesse, die die Arbeit der Lager- und Produktionsmitarbeiter erleichtern und gleichzeitig das Risiko auf Arbeitnehmerseite auf ein Minimum reduzieren.

Aber wie funktioniert das Materialfluss- und Datenflussmanagement genau?
In der Pfleiderer Leutkirch GmbH wird beispielsweise der Transport von Fertigprodukten (Spanplatten) von den Pressen zu Folier- und Verpackungsanlage durch den ASC-Materialflussrechner des Ingenieurbüros Andreas Schlipf unterstützt: Aus dem ERP-System werden die Kundenauftragsdaten nach Struktur sortiert an das ASC-Prozessleitsystem des Ingenieurbüros gesendet. Die Pressenführer ordnen am Bildschirm die Aufträge den Stapeln in den Abstapelboxen der Fertigprodukte zu. Jedem Stapel wird eine eindeutige ID zugewiesen. Sobald der Stapel fertiggestellt ist, werden für die Produktion wichtige Parameter von der Datenbank auf die Anlagensteuerung (SPS) übertragen und fortlaufend von Position zu Position entsprechend der tatsächlichen Bewegung des Stapels datentechnisch ‚geschoben‘, auch über Systemgrenzen hinweg. Der Materialfluss ist damit datentechnisch lückenlos nachvollziehbar. Jeder Mitarbeiter ist auf diese Weise in der Lage, jeden Stapel am Bildschirm zu identifizieren und die gesamten Auftragsdaten abzurufen und diese gegebenenfalls zu korrigieren. Die Informationen des Stapels sind wichtig für die weitere Verarbeitung, etwa an der Folierungs- und Verpackungsanlage (automatisierte Wege-Richtungsinformationen, Folienwechsel, Kommissionierung, Verpackung). Am Ende der Produktionslinie ist der Stapel verpackt und als ‚fertig‘ gemeldet. Die Ist-Daten werden danach aus der Steuerung gelesen, auf die Datenbank geschrieben und von hier aus zurück an das ERP-System übertragen.

Zusätzlich gibt es im Werk einen Verschiebewagen, der Teil des Automatisierungskonzepts ist und Holzwerkstoffträger unbemannt anliefert. Seine Steuerungsinformationen erhält der Verschiebewagen aus dem ASC. (1) Der Prozessfahrer bestellt aufgrund seiner Auftragsübersicht die Holzwerkstoffträger, welche er in den nächsten Stunden verarbeiten wird. (2) Diese Bestellung wird dem Gabelstaplerfahrer im Trägerlager direkt auf den Gabelstapler (inklusive WLAN-Terminal) übermittelt. (3) Liefert der Staplerfahrer das gewünschte Paket an der Holzwerkstoffträgeraufgabe ab, bestätigt er am Terminal die Lieferung. (4) Die Daten des Trägerstapels werden nun von der Datenbank auf die Steuerung übertragen und mit der Staplerbewegung auch datentechnisch verschoben. Das Prozessleitsystem ASC ermittelt dabei aus den Bedarfsmeldungen der Presse und den Anlieferungsinformationen die Fahrwege des fahrerlosen Verschiebewagens. Auf diese Weise kann der komplexe Fertigungsprozess präzise, gezielt und (zeitlich) passgenau erfolgen. Aufgrund von Plattenzählern startet der Verschiebewagen chronologisch abgestimmt, damit der Trägerstapel zur richtigen Zeit an der Presse bereitsteht.

 


Der mit Hilfe vom ASC-Materialflussrechner automatisierte Weg eines Holzwerkstoffträgerstapels vom Lager bis zur Anlage (Grafik: Ingenieurbüro Andreas Schlipf)

 

Aktuell wird dieser ASC-Materialflussrechner auch für die Lackanlage der Pfleiderer Leutkirch GmbH entwickelt. Hoch spezifische Produktionsanlagen erfordern präzise entwickelte Lösungen: das Ingenieurbüro Schlipf bietet eben dies – ausschließlich individuelle Softwarelösungen, spezielle Konfiguration jedes Materialflussrechners und exakte Adaptation an die jeweilige Produktionsanlage.
Dank der jahrelangen Erfahrung im Bereich der Prozessleit- und Automatisierungstechnik ist das Ingenieurbüro Andreas Schlipf in der Lage, Produktionsprozesse aus unterschiedlichen Branchen zu optimieren, zu visualisieren und insgesamt übersichtlicher zu gestalten.

Mit der hauseigenen Software Suite „ASC“ kann der gesamte Produktionsprozess von Beginn an geplant, gesteuert und mit verschiedensten Modulen ausgewertet und analysiert werden. Dadurch konnte bereits in zahlreichen Werken eine maßgebliche Produktivitätssteigerung erreicht, Materialverbrauch und Energiekosten deutlich gesenkt und der gesamte Produktionsprozess optimiert und transparenter gestaltet werden. Gerne unterstützen wir auch Ihre zukünftigen Projekte durch unsere Individuallösungen und tragen zu einer Produktivitäts- und letztendlich Gewinnsteigerung bei.

Zögern Sie nicht – kontaktieren Sie uns: +49 9161 88 39 130; schlipf@schlipf.com).

 

Artikel erschienen im Fachmagazin „HK 1/2021“  und zudem im Kuhnverlag „Holz + Möbel 2021“
Autor: Dipl.-Ing. (BA) Andreas Schlipf, Neustadt

 

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